Mittwoch, 20. Juni 2007

Abgesang - ein paar Facts

Aufbruch am 22.5. aus Berlin


die Zeit ist rum, sie war beeindruckend und wundersam...


hier haben wir ein paar Statistiken zusammengetragen, die uns nach den 32 Tagen aufgefallen sind:


0: mal hat Elmar Fisch gegessen


1: mal haben wir Waesche gewaschen


2: mal haben wir uns einen Sonnenbrand geholt


10: Staedte haben wir gesehen


11: ganze Schweine hat Elmar insgesamt auf dieser Reise verputzt


12: Hostels, in denen wir uebernachtet haben


15: Postkarten, die wir verschickt haben


27: mal haben wir das Internet aufgesucht und darin 14 h verbracht (5h davon mit Thomas D. gechattet)


31: mal hat Elmar tagsueber angekuendigt, dass er abends Fisch essen will


34: Stunden haben wir wegen Schnarchens der Zimmergenossen kein Auge zugetan (besonders lieben Gruss an dieser Stelle an Torsten und seine stundenlange kostenlose Posaunenvorstellung)


37: McDonalds haben wir auf unserem Weg gemieden


58: verschiedene Zimmergenossen haben mit uns die Zimmer geteilt


240:h haben wir geschlafen


374: Kirchen haben wir auf unserer Reise gesehen


385: km haben wir per pedes zurueck gelegt

1300: Fotos haben wir gemacht
Elmars Top3: Rom - Lissabon - Vilnius
Dieters Top 3: Lissabon - Krakow - Vilnius
einen Monat spaeter: 21.6.2007 in Lisboa

Dienstag, 19. Juni 2007

Lisboa - Zeit fuer Gediegenheit



Wir begeben uns mit gereizter Haut ins Herz von Portugal und bestaunen die lieblichen, kleinen und leergefegten Gassen und die unendlich scheinende Abfolge von Auf- und Abstiegen in der Stadt. Unsere Augen folgen repektvoll der Praesentation der Galaktischen und ihrem furiosen Finale. Die 28 zieht uns durch das Bairro Alto und peitscht uns auch wieder dadurch entlang zurueck, wir genossen Fahrtwind und Aussicht. Wir finden Ruhe entlang des Tejo und fuehlen uns immer noch von den Daemonen aus Paris verfolgt, wenn wir mit der Metropolitan unterwegs sind.


Die Lissaboner leben hier mit einer introvertierten Ruhe, einer Ausgeglichenheit, die ihren Kontrast im Fado, im traditionellen Kulturgut der Portugiesen findet.


Wir sehen und hoeren Danny und seine Jungs, deren Zungen nicht von Dolmetschern belegt sind. Wir wandern zu Lissabons Wahrzeichen und entdecken zum ersten Mal den faulen Geschmack des Tourismus in dieser Stadt. Von Zeit zu Zeit merken wir, wie uns auf den letzten Metern unserer Tour langsam die Puste ausgeht...
Wir ziehen uns mehr und mehr in die Gruenflaechen Lissabons zurueck und merken, dass der Akku leer ist und wir satt sind. Dennoch beeindruckt und verzaubert Lissabon uns weiterhin. Wir sind von den Hauptstrassen abgekommen und haben in den kleinen Nebengassen noch mehr Herz und Seele der Stadt entdeckt. Die Sonne zeigt sich auch endlich und streut Puderzucker ueber Lissabon.
Ich sag es ganz ehrlich und ihr koennt gern ueber mich lachen: ein Stueck Seele lasse ich in Lissabon...obrigado

Freitag, 15. Juni 2007

Oeiras - Zeit fuer Traeume



aus der pariser Hektik wurden wir an den Strand einer malerischen kleinen Stadt in der Naehe von Lissabon gespuelt, die uns mit offenen Armen empfing. Wir liessen uns achtlos fallen und setzten unsere Fuesse in den Atlantik...nur das Wetter koennte etwas besser sein, aber Portugal belohnt uns fuer die stressigen letzten Wochen...Idylle und Beschaulichkeit, wohin das Auge auch wandert..wir streifen den Stress der letzten Wochen ab wie eine Schlangenhaut und holen uns glatt derben Sonnenbrand...hier verbringen wir drei Tage, bevor wir wirklich nach Lissabon ins Herz fahren...

am 22.6. kommen wir dann um 12.25 zurueck, mussten der Flughafensicherheit in Schoenfeld schon zusichern, dass uns nicht mehr als 100 Personen zur Begruessung abholen, da sonst zudem der Starrummel fuer uns zu gross wird...

Mittwoch, 13. Juni 2007

Paris - Zeit fuer Hektik



Aus dem hektisch-historischen Rom innerhalb von zwei Stunden ins hektisch-aktuelle Paris. Ein riesiger Kulturschock. Wir wohnen beim groessten Kleinen der vier Musketiere & schauen vorher noch einmal bei seinem Schoepfer vorbei.

Die Stadt ist stolz und hat auch Grund dazu: eine Vielzahl von Sehenswuerdigkeiten erstreckt sich weitlaeufig ueber die Stadt, so dass der Tourismus sanft darueber hinweg gleitet. Das Wahrzeichen der Stadt ist bei den Ureinwohnern unbeliebt und sollte eigentlich gar nicht so lange ueberleben, das Verhaeltnis ist ebenso gestoert wie das zu ihrer bedeutendsten Strasse. Die Champs Elysee bietet alles, was das materialistische Herz hoeher schlagen laesst, nur leider keinen Grund, sie als schoenste Strasse der Welt zu bezeichnen. Die Franzosen ballern an ihren historischen Elementen wie auf der Avus entlang, so dass die Wirkung deutlich geschmaehlert wird. Als Touristen sind wir aufgrund des meist kolonialbedingten Multikulturismus eher unauffaellig, wir brauchen keinen Schleier zu tragen. Das bringt uns des Oefteren in die Verrlegenheit auf Franzoesisch angesprochen zu werden, eine Sprache die mir noch fremder ist als Elmar. So erfahren wir als NichtMuttersprachler eine Kaelte, denn zum Stolz der Pariser gesellt sich eine Prise Arroganz und ein Unverstaendnis fuer sprachliche Schwierigkeiten.

Die Probleme haben Paris im Wuergegriff, sie kommen aus den Randbezirken, die fast 4mal so frequenziert sind wie Paris selbst. Wir versuchen mit studentischen Zauberkraeften die untouritischen sehenswerten Quarter zu entdecken, was uns auch begeisternd gelingt. Dabei trete ich zum ersten Mal in meine eigenen Fussspuren, wobei ich den darauf gefallenen Schnee wegpusten muss. Setze neue Spuren daneben. Zum Abend gesellt sich ein kraeftiger Adrenalinstoss, da wir zum ersten Mal einer gefahrvollen Situation ausgesetzt sind, die wir aber mit einem wachen Auge und einer unnachvollziehbaren Portion Glueck glimpflich ueberstehen.
Sind auf dem Weg nach Lisboa, wo wir unsere restliche Zeit verbringen werden...

Sonntag, 10. Juni 2007

Roma - Zeit fuer Groesse



Rom beeindruckt und fasziniert in einer Groessenordnung, die nur schwer seinesgleichen findet. Der historische Vorsprung haucht uns an jeder Ecke und in jedem Winkel an, Anspruch und Wirklichkeit sind in Rom beide impressiv hochwertig.

Die Geschichte der Stadt ist so praegend, dass sich immer wieder Fetzen von Schulwissen aus dem Langzeitgedaechtnis anschleichen. Michelangelo, Julius Caesar, Marc Aurel und viele andere sind so praesent, dass wir sie zu gruessen beginnen und ihnen einen Guten Morgen wuenschen. Das Pantheon, der Petersdom und das Colosseum suchen Ebenbuertige auf der Welt, es ist allzeit spuerbar, dass Rom das absolute Zentrum des Landes ist und es auch schon immer war.

Jeder Roemer ist mit dem Auto unterwegs, was aber nicht verwunderlich ist, da sich jede Busfahrt abenteuerlich ob der Fahrweise und des Zieles gestaltet. Wir versuchen auf leisen, gequaelten Sohlen den allzu touristischen Bereichen der Stadt zu entkommen, was sich nicht als schwierig erweist. Wir werden vom Wetter bezirzt, folgen dem Lockruf des Meeres, verlieren uns in ihm und erhaschen einen Hauch von dolce vita.

Wir selbst schwelgen in verzauberten Sphaeren, lassen uns am Abend auf die spanische Treppe gleiten und versuchen die Kreditkarte beim Essen nicht schmollen zu lassen.
Wir tapsen in die Fussabdruecke von Kinski und Goethe und beginnen zu verstehen, was sie an dieser Stadt so dasziniert haben mag.
Die Innenstadt wird getruebt durch die horenden Preise und Verkaeufer mit ihren obskuren Waren, so dass sogar die spanische Treppe einiges von ihrem Flair verliert. Wir durchquerten 5 Stunden lang die aelteste Strasse der Welt, die via appia, ohne jedoch ans Ende zu gelangen.
Wir sind gebeutelt von den langen beschwerlichen Heimwegen und von dem Raeuber Hotzenplotz und seinem Geschnarche nachts, der auch noch taeglich seine Gestalt wechselt. Doch jeden Morgen stehen wir frohgelaunt auf, nicht ob des Fruehstuecks, sondern ob der Tatsache, dass es in Rom so viel zu entdecken gibt.
viele liebe Gruesse noch einmal an Jense und seinen grossartigen Spontanbesuch...

Donnerstag, 7. Juni 2007

Venezia - Zeit fuer Tourismusschock



Es war wirklich ein Touri-Ueberfall. Elmi hoch begeistert bei der Ankunft per Zug, ich ohne Erwartungen, doch waehrend der eine enttaeuscht wurde, wurde der andere negativ bestaetigt. Eine Stadt, die sich allein vom Tourismus naehrt, die ohne Charakter und Eigenleben ist, deren Bewohner Jahr fuer Jahr abwandern. Eine an sich schoene Wasserstadt mit lieblichen kleinen Gassen, die jedoch so ueberrannt sind, wie Helm s Klum von den Orgs.

Alles ist ueberzogen teuer, auch das Hostel hat sich daran angepasst. Vor dem Hostel dann erste warme Elemente: Franzosen hauen gegen Englaender in die Saiten, man sitzt und lacht und fuer einen Moment vergessen wir den touristischen Irrgarten und schauen vergnuegt auf das Wasser...

Beseelung findet man allein an den Ufern der Kanaele, in abgelegenen Gassen oder in den zwei Parks, die es in der Stadt gibt. Oder am Abend, wenn sich die Lichter der alten Haeuser im Wasser widerspiegeln und so ein zweites Venedig bauen...

Wir irren ziellos durch die Gassen wie Donald Sutherland und halten uns an Gebaeuden und den Kanaelen fest. Ruhe kehrt nur abends ein, dann findet Venedig zu seinen Urspruengen zurueck.

Denn tagsueber ist Venedig ueberschwemmt von Tauben und Souvenir-Touristen.

Man ertappt sich dabei, wie man Fotos schiesst, die man im naechsten Touri-Shop haengen sieht und ist in der Versuchung das Foto wieder umgehend zu loeschen, weil der Hauch der Einmaligkeit genommen ist. Die Maskerade der Stadt offenbart sich in einem oberflaechlichen Licht. Dabei ist die Stadt an sich schoen, sie ist leider nur so leer...

Wir sind jetzt in Roma und werden die naechsten Tage davon berichten...

Montag, 4. Juni 2007

Wien - Zeit fuer Vergangenheit

Wir sind schockiert!
Wenn man von der Stadt zuviel erwartet, dann kann man tief fallen. So wie in Wien. Zuerst wird man mit der schnoddrigen, verzoegerten Sprechart der Wiener konfrontiert, die anfaenglich arrogant und von oben herab wirkt, doch dieser Anschein bestaetigt sich mit der Zeit nur teilweise. Die Stadt ist überproportional gefuellt mit Verziehrungen, Skulpturen und Monumenten. Doch lebt sie allein aus ihrer Vergangenheit heraus: Sisi, KK und Franz Joseph sind allgegenwärtig. Romy und Sisi haben wir leider nicht angetroffen, sie haben Montags frei.
Blasen und kleinere Blessuren koennen uns nicht aufhalten, da die Begierde, die Eigenheiten der Stadt zu erforschen, deutlich überwiegt. Auch wenn dies in Wien nicht nur zahlreich, sondern oftmals auch zu prunkvoll ist. Wir wurden des Abends wieder von Ortskundigen durch die Gassen von Wien geführt, diesmal von zwei reizenden Damen, die alles versucht haben, unser Wien-Bild aufzubessern, wenn auch z.T. vergeblich. Dennoch konnten sie uns den touristischen Staub von den Schultern wischen. Spürbar war oft eine herablassende Art der Wiener gegenüber den Nichtwienern und ein teilweises immer noch vorhandenes Geltungsbedürfnis gegenüber den Preußen. Quellwasser fließt aus dem Hahn, wir merken, wie verwöhnt wir vom Berliner Verkehrsnetz sind und auf Sachertorte haben wir aufgrund des oppulenten Preises verzichtet. Wien ist schön, aber ruht sich aus und bildet sich mehr auf sich ein als es zu bieten hat.
Der Wiener geht zum Joggen in einen seiner beiden Schloßgärten, trinkt seine Melange oder seinen Braunen mit gähnender Gemütlichkeit und wandert bei Sonnenschein zur Donauinsel zum Bräunen oder nimmt einen Spritzer in den Heurigen. Wir haben viel gesehen in den drei Tagen und sind inzwischen recht platt, doch sind weiter mit großem Willen bei der Sache...
Wir ziehen weiter nach Venezia und gehen ohne Erwartungen auf die Stadt zu (ich zumindest).
vielen lieben Dank nochmal an Sandra und Eva für die ganzen Mühen...

Freitag, 1. Juni 2007

Krakow - Zeit fuer Lebensstil


Unsere ersten Zugfahrten fuehrten uns ueber Warczawa (wo wir nur eine Nacht verbrachten) nach Krakow.
Wir lauschten den vereinten Sangeskuensten aus Freiburg - Israel und Krakow, eroeffneten ein Filmfestival, indem wir Bollywood nach Europa transportierten und flanierten durch Krakows gemuetliche Abendetablissements.
Dank eines eloquenten Abendduce, der uns durch das untouristische Nachtleben der viel geruehmten Stadt fuehrte, erlebten wir Krakow nicht als typische Bagpacker.
Wir waren einen Tag lang in Oswiecim (Auschwitz), darueber moechte ich nichts sagen, das muss jeder selbst gesehen haben.
Wir wurden von Busfahrer Zerberus in die Stadt zurueck gebracht, er entschied sich auf halbem Wege dann doch dazu, uns alle am Leben zu lassen.
Wir haben wie erwaehnt das Nachtleben genossen und polnischen Flair erlebt in einer Stadt, die kulturell ihrer Hauptstadt deutlich ueberlegen ist und weit mehr zu bieten hat.
Das Wetter truebte unsere Ansichten und auch die Zahl der Fotos, die bei schoensten Sommersonnewetter dann doch zahlreicher ausgefallen waeren.
Die Menschen hier in Krakow sind bei Weitem nicht so distanziert wie im Baltikum, ihre Freundlichkeit aehnelt sich hingegen stark.
Wir haben ein neues Verfolgerpaearchen, das uns nun schon seit Tallinn an den Socken haengt.
Der Zug hat uns quer durch Polen geweht und weht uns nun weiter nach Vienna, wo wir uns auf die Spuren von Jesse und Celine begeben werden.
Sonst sind wir weiter standhaft, obwohl die letzten drei Tage ob Tages- und Nachtprogramm doch sehr geschlaucht haben.
Einen speziellen Dank nochmal an Stephan, ohne den diese drei Tage gaenzlich anders verlaufen waeren, zudem noch einen besonderen Dank an den Dressmaker, der uns ebenfalls zauberhafte Stunden beschert hat.